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Wo ist „Auf halber Treppe“?

Diese Frage bekamen wir heute von Anja aus dem Friedrichshain gestellt und, als es spätestens nach dem liebevollen Dekorieren des Treppenhauses klar war wo „Auf halber Treppe“ ist, war die Spannung groß. Die Einladende war vor einigen Monaten in das Haus gezogen und wollte, weil sie den Kontakt mit ihrer Umgebung schätzt, ihre Nachbarn besser kennen lernen.

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Wo is “Auf halber Treppe”? Da!

 

Während Anja und Sara, die uns zum ersten Mal beim Café auf halber Treppe unterstützte, noch die selbst gebackenen Schoko-Banane-Muffins aus der Küche holten, gingen Susanne und ich einmal durchs Haus – und erlebten eine kleine Überraschung: genau zwei Nachbarn waren überhaupt nur zu Hause! Anja war doch etwas enttäuscht, als wir die „schlechte Nachricht” überbrachten. Dass es vielleicht einfach nur am Wetter lag – am Vortag war es noch grau und regnerisch gewesen – tröstete sie zumindest ein bisschen.

Schoko-Bananen Muffins... hmmm waren die lecker!

Schoko-Bananen Muffins… hmmm waren die lecker!

Aber dann wurde es doch noch ein schöner Nachmittag. Einer der beiden Nachbarn hatte sich kurzfristig umentschieden und stieß auf eine Tasse Kaffee zu uns, die Familie aus dem Erdgeschoss hatte ihren süßen Hosenscheißer mitgebracht und ein junges Paar aus dem Dritten kam trotz anderer Verpflichtungen auch noch für ein Stündchen vorbei. So war zumindest der Anfang beim Kennenlernen gemacht, und weil die Nachbarn alle ein wenig zeitversetzt kamen konnte Anja sich auch ganz in Ruhe mit ihren „neuen“ Nachbarn unterhalten.

Vielleicht ist damit ja der Boden bereitet und sollte es Anja gelingen, noch Verbündete für ihr Innenhofverschönerungsprojekt zu finden, wer weiß, vielleicht sitzen bald ein paar Nachbarn mehr zusammen – nicht mehr auf halber Treppe, sondern im Schatten des selbstgepflanzten Apfelbaums … Man wird ja noch träumen dürfen … ;-)

Treppenparty am Tempelhofer Feld

Wenn wir Anfragen von Journalisten bekommen, wollen diese oft “einfach mal auf der Treppe dabei sein”. Unsere obligatorische Antwort ist mittlerweile: Am besten machen Sie das Café bei sich selbst, schließich sind Sie ja auch Nachbar! Und am letzten Wochenende traute sich Katharina, die als freie Journalistin arbeitet tatsächlich!

Auch Katharinas leckerer, glutenfreier Kuchen war bei der großen Nachbarnschar schnell vergriffen.

Auch Katharinas leckerer, glutenfreier Kuchen war bei der großen Nachbarnschar schnell vergriffen.

Aber nicht nur Katharina war wirklich aufgeregt; unsere zwei neuen Treppenhelfer Ignaas und Phoebe waren voller Neugier und Tatendrang. Aber schon nach unserer Klingelrunde war klar: Das wird ein volles Treppenhaus! Und so kam es auch :)

Ein Treppenhaus voller Kuchen mampfender, spielender Kinder.

Ein Treppenhaus voller Kuchen mampfender, spielender Kinder.

Die Kinder scharrten sich auf dem Treppenabsatz auf einer Decke um Phoebe und hielten eine kleine Englischstunde mit ihr ab, während sich Ignaas aufmerksam um die Bewirtung aller Gäste kümmerte. Und auch die Angst, keiner würde sich trauen ihr ein Interview geben, erwies sich schnell als unbegründet. Alle waren sehr gesprächsbereit und Katharina beglückte uns mit einem wunderbaren Beitrag beim DRadio Wissen und gab sogar noch ein Interview über ihre Erfahrung beim Funkhaus Europa. Vielen Dank, Katharina!

Hier könnt ihr den Beitrag vom 16.03.2015 nochmal nachhören:

 

Vielen Dank auch noch einmal an unsere wunderbaren zwei Helferlein Ignaas und Phoebe!

Advent in Neukölln

Auch wir haben pünktlich zum 1. Advent gebührend die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Während draußen ein eisiger Dezemberwind wehte und die Berliner_innen dick eingemummelt durch die Straßen und über die Weihnachtsmärkte bummelten, haben wir es uns in einem tollen Treppenhaus in der Sonnenallee gemütlich gemacht.
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Von der Treppe zum Spieleabend

“Für mich gibt es nun keine Hemmschwelle mehr bei meinen Nachbarn unter mir zu klingeln, mit ihnen zu chillen oder eben einfach zum Spieleabend zu gehen.”
Xenia

Dieses Mal sollte alles besonders schön und gemütlich werden, da nicht nur unser Neuzugang Xenia das Café auf halber Treppe in ihr neues Heim eingeladen hatte, sondern auch das Kulturradio vom rbb vor Ort sein würde. Aber es sollte ja auch alles authentisch und natürlich sein, also ließen wir uns wie gewohnt von Haus und Bewohnern überraschen, um das Beste aus den Gegebenheiten zu machen. Da waren wir mindestens so aufgeregt wie die Gastgeberin!

Klopf doch mal bei deinen Nachbarn! :)

Klopf doch mal bei deinen Nachbarn! :)

Auch wenn das Treppenhaus diesmal recht zugig war und offenkundig schon bessere Tage erlebt hatte, konnte es sich, frisch gefegt und gemütlich mit Kissen und Decken ausgestattet, zur Überraschung aller Nachbarn wirklich blicken lassen. Aber seht selbst:

In Decken und Jacken gehüllt, schmeckt der frische Kuchen auf dem Treppenabsatz ganz vorzüglich.

In Decken und Jacken gehüllt, schmeckt der frische Kuchen auf dem Treppenabsatz ganz vorzüglich.

Nun kam es, wie es kommen musste und der Vorführeffekt tat das seinige dazu: Trotz des wunderbaren Kaffeedufts, der durch das Haus zog, kamen nicht allzu viele Nachbarn. Doch die, die kamen, hatten noch einige Freunde eingeladen und selbst gebacken – und für die Veganer wurde zum Ende hin sogar noch gekocht. Man teilte sich Decken, lieh sich Pullover gegen den Zug und verabredete sich noch für den gleichen Abend zu einer gemeinsamen Spielerunde.

Wenn man die Bewohner an den Schuhen ablesen kann...

Kann man an den Schuhen ablesen, wer hier wohnt? Wir haben es herausgefunden :D

Die älteste Besucherin war eine Dame, die schon seit über 35 Jahren im Haus wohnt und einiges zum Besitzerwechsel und zum Wandel des Hauses erzählen konnte. Der allgemeine Unmut über die Untätigkeit der Hausverwaltung konnte endlich mal in Worte gefasst werden und es fanden sich Verständnis und Verbündete.

Bei Kerzenschein im Treppenhaus sieht es echt gemütlich aus ;)

Bei Kerzenschein im Treppenhaus sieht es echt gemütlich aus ;)

Nachdem die Dunkelheit hereingebrochen war und man genug davon hatte, das Licht immer wieder einzuschalten, präparierten die Nachbarn gemeinsam den Lichtschalter im Treppenhaus mit Klebeband und Pappe. Als es dann am Ende trotz all der wärmenden Mittel zu kühl wurde, räumten alle gemeinsam das Treppenhaus auf, und mit so vielen helfenden Händen war das Geschirrspülen wirklich ein Klacks!

Individuelle Treppenhausdekoration

Individuelle Treppenhausdekoration

Zum Nachhören unter folgendem Link der Radiobeitrag vom rbb kulturradio von der wunderbaren Dr. Tina Heidborn mit ganz viel Atmosphäre und ein wenig Fröstelei:

Tante Inge auf halber Treppe

“Und wie macht ihr es mit den älteren Nachbarn?”, ist eine der klassischen Fragen, die uns von Interessierten und Freunden oft gestellt werden. Neben Kissen, Decken, Stühlen und Hockern bei den Treppenhauscafés haben wir uns gemeinsam mit unseren Freundinnen von Tante Inge noch eine weitere Lösung einfallen lassen: Tante Inge auf halber Treppe.

In Neukölln in der Casa Reha

In der Casa Reha in Neukölln

Tante Inge engagiert sich für ein Miteinander zwischen Alt und Jung auf Augenhöhe und wir uns für die Nachbarschaft. Das passt ganz vorzüglich zusammen, denn egal, wie alt man ist, solange man wohnt, ist man ja auch Nachbar. Und wie wir bei unseren zahlreichen Nachbarschaftscafés in den Treppenhäusern Berlins feststellen konnten, ist auch der Wunsch nach guter Nachbarschaft nicht ans Alter geknüpft. Also haben wir uns mal ältere Nachbarn gesucht, damit diese ihre jungschen ringsherum zu sich einladen und kennenlernen.

Alle sind gekommen und der Kuchen war ein Traum!

Alle sind gekommen und der Kuchen war ein Traum!

Dank der großen Offenheit und der Mithilfe der Mitarbeiter und der Leitung der Casa Reha war es ganz einfach, 10 Bewohner ohne Angehörige zur Teilnahme zu begeistern. Nun war es an uns, die Nachbarschaft zu aktivieren, was wir über Plakate und die üblichen Internetkanäle taten. Was für eine Aufregung! Es wollte ja keiner, dass da zehn Großmütter und Großväter einsam sitzen und warten.

Ein Motto das nicht nach knapp 90 Jahren klingt, oder?

Das Motto eines Gentlemans das nicht nach knapp 90 Jahren klingt, oder?

Doch es meldeten sich tatsächlich zehn TeilnehmerInnen über Eventbrite an und kamen auch :).
Am Tag des Geschehens machte Kerstin dann noch einmal persönlich die Runde bei den Herrschaften, erinnerte an den aufregenden Termin im Heimalltag und überzeugte noch die letzten Zweifler, während Karo und Karo mit Hilfe von Sarah aus der Cafeteria alles vorbereiteten. Und als alle da waren, ging es nach einer kurzen Vorstellungsrunde schon los. Das Kuchenbuffet war eröffnet und unser Plan ging auf: Lisa fragte Ilse, welche Leckerei sie ihr denn mitbringen dürfe und Mirjam kümmerte sich rege um die Kaffeewünsche an ihrer Tischecke. So kamen alle ins Gespräch. Es war herrlich zu sehen, wie die Schüchternheit langsam verflog und die Gespräche lebendiger wurden. An der langen Tafel konnte man auch einfach mal unverfänglich das Gespräch wechseln und in alle Richtungen zuhören. Selbst Max, der Journalist der Berliner Zeitung blieb mit seinem Fotografen recht lange. Welch Erleichterung für uns, dass unser Konzept hier aufging! Die vielen beschriebenen Papierwolken mit Lebensweisheiten, die auf Tante-Inge-Postkarten ausgetauschten Adressen und die intensiven Unterhaltungen bestätigten das.

An der Kuchentheke quatscht es sich ausgezeichnet...

An der Kuchentheke quatscht es sich ausgezeichnet…

...aber auch an der großen Tafel entspannen sich interessante Unterhaltungen.

…aber auch an der großen Tafel entspannen sich interessante Unterhaltungen.

Nun überlegt das Heim, selbst monatlich zum Nachbarschaftscafé einzuladen und lädt vorher direkt zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt auf dem schönen Richardplatz, wo sie mit einem Stand präsent sein werden.

Dank Kerstins ansteckender guter Laune und ihrer schönen Moderation war es ein wirklich gelungener Nachmittag.

Dank Kerstins ansteckender guter Laune und ihrer schönen Moderation war es ein wirklich gelungener Nachmittag. Danke! :)

An folgender Stelle kann das Konzept auch gerne nochmal nachgelesen oder runtergeladen werden: Tante Inge auf halber Treppe.

Das nächste Mal öffnet “Tante Inge auf halber Treppe” am 10. Januar 2015 im Seniorenzentrum in Berlin-Schöneberg!